aktuelle Ausgabe

26. April 2019
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

»Contra Decorum? Maria Theresia als Sängerin zwischen Perfektion und Muße«

Am 7. Mai widmet sich Prof. Dr. Panja Mücke (Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Mannheim) in einem Vortrag den Aufführungskontexten und individuellen stimmlichen Fähigkeiten Maria Theresias, über deren Entwicklung die erhaltenen musikalischen Quellen Auskunft zu geben vermögen. Zudem wird das Spannungsfeld zwischen Gattungskonventionen, Virtuosität und Decorum thematisiert und der Frage nach der Funktion von Musik als Komponente des Herrschaftsstils nachgegangen.
Frau Prof. Mücke sagt dazu: »Wie für Abkömmlinge fürstlicher Häuser im 18. Jahrhundert durchaus nicht ungewöhnlich, verfügten die Habsburger über eine hervorragende musikalische Bildung. Im Unterschied zu anderen Herrschergeschlechtern jedoch waren musikalischer Sachverstand und musische Förderung nicht nur persönliche Passion, sondern bildeten einen Teil ihrer dynastischen Identität. Als ein Höhepunkt gilt die Aufführung von Antonio Caldaras Oper 'Euristeo' 1724 in Wien, die Kaiser Karl VI. vom Cembalo aus leitete und in denen die spätere Kaiserin Maria Theresia und ihre Schwester Maria Anna erstmalig als Tänzerinnen mitwirkten. Für die Töchter des Kaisers nahmen in der Folge tänzerische und sängerische Auftritte in eigens für sie komponierten Werken innerhalb des für sie bestimmten Curriculums höfisch-aristokratischer Bildung, Erziehung und Formung eine besondere Stellung ein. Maria Theresia erhielt Unterricht auf dem Cembalo und im Gesang, vermutlich auch eine Unterweisung in den musiktheoretischen Grundlagen und sang in Kantaten und kleineren Componimenti drammatici zwischen 1729 bis 1740, die zumeist von Antonio Caldara komponiert worden waren.«
Veranstaltungsort ist um 18:15 Uhr der Hörsaal der Abteilung Musikwissenschaft in Mainz.
Nähere Informationen können Sie hier erfahren.





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