THEMA: MUSIK UND FRIEDEN IN DER FRÜHEN NEUZEIT

aktuelle Ausgabe

16. Januar 2021
Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover

Neuzugänge im Archiv des Forschungszentrums Musik und Gender

Das Archiv des Instituts erfreut sich über zwei Neuzugänge: Ein Autograph von Pauline Viardot sowie eine Briefsammlung bestehend aus 34 Briefen der Sängerin Jenny Lind. Das Autograph ist eine dreiseitige Niederschrift des Liedes »Chanson d’autrefois«. Pauline Viardot machte sich neben ihrer Karriere als Sängerin auch als Pianistin, Gesangslehrerin und Komponistin einen Namen. Von der Vertonung eines Textes von Victor Hugo, die Ende des 19. Jahrhunderts auch im Druck erschienen ist, war bisher nur eine Abschrift fremder Hand überliefert. Interessanterweise stammt das Autograph aus dem Nachlass einer der bedeutendsten Sopranistinnen des 20. Jahrhunderts: Maria Callas. Die Briefsammlung von Jenny Lind stammt aus den Jahren 1850 bis 1874 und gibt einen einzigartigen und facettenreichen Einblick in das Leben der gefeierten Sängerin, ihr musikkulturelles Handeln, ihr persönliches Umfeld sowie den zeitlichen Kontext. Die Briefe befanden sich lange Zeit im Besitz der Familie Wichmann und konnten erst in den 1960er Jahren von W. Porter Ware und Thaddeus C. Lockard erworben werden, die diese in einer sehr freien und teils ungenauen englischen Übersetzung 1966 als »The Lost Letters of Jenny Lind« publizierten. Die Originalbriefe in deutscher Sprache waren seitdem jedoch nicht auffindbar und sind nun erstmals für die musikwissenschaftliche Forschung zugänglich. Einen Einblick in das Quellenmaterial liefert die Online-Rubrik Quelle des Monats auf der Homepage des Forschungszentrums Musik und Gender, in der regelmäßig Raritäten aus dem Archiv in kurzen Texten und mit mehreren Abbildungen vorgestellt werden.





handschriftlich notierte Noten des Liedes „Chanson d’autrefois“ von Pauline Viardot-García (1821–1910)
© Archiv fmg