aktuelle Ausgabe

26. August 2018
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Populistische Kultur verstehen – Forschungsprojekt

Welche Rolle spielt Musik für den Aufstieg populistischer Ideologien in Europa? Dieser Frage widmet sich in den kommenden drei Jahren ein internationales Forscherteam unter Leitung des Oldenburger Musikpädagogen Prof. Dr. Mario Dunkel. Sie leistet damit einen Beitrag, den Aufstieg populistischer Bewegungen besser zu verstehen. Neben den Forschern aus Oldenburg sind Wissenschaftler aus Ungarn, Österreich, Italien und den Niederlanden beteiligt. Die Volkswagen Stiftung fördert das Projekt im Rahmen der Ausschreibung »Herausforderungen für Europa«. Dadurch würdigt sie laut Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper die kulturwissenschaftliche Forschung der Universität und ihren Beitrag zu einem besseren Verständnis gesellschaftlicher Entwicklungen. Obwohl populistische Bewegungen gezielt auf die emotionale und identitätsstiftende Wirkung populärer Kultur setzten, werde dieser Aspekt in Studien bisher kaum berücksichtigt.
Die Experten dieses Forschungsprojektes richten ihren Blick auf kommerziell erfolgreiche Musiker und Bands, die in ihren Songs populistische Ideen und Bilder aufgreifen. Es wird dabei davon ausgegangen, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Erfolg dieser Musik und der Verbreitung populistischer Ideologien in verschiedenen Ländern Europas gibt.

In insgesamt drei Projektphasen wird sich dem Phänomen populistischer, populärer Musik genähert. Zunächst wird gemeinsam musikwissenschaftlich analysiert, welche populistischen Elemente in kommerziell erfolgreichen Musikstücken zu finden sind und anschließend geht es um die Rezeption dieser Lieder aus soziologischer Perspektive. Hierfür sind in den fünf Beispielländern moderierte Gruppendiskussionen geplant. In der dritten und letzten Phase des Projekts geht es darum, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Ländern herauszustellen.
Mit dem Projekt sollen zum einen wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den vielfältigen Herausforderungen, vor denen Europa und die Europäische Union derzeit stehen, angeregt werden und zum anderen neue Vergleichsperspektiven eröffnet und innereuropäische wissenschaftliche Kooperationen gestärkt werden.

Mehr Informationen zum Projekt können Sie hier einsehen.





Prof. Dr. Mario Dunkel, Leiter des Projekts
© Uni Oldenburg