Thema: Spätlese: Köpfe und Jubiläen 2008

DIE TONKUNST, Juli 2014, Nr. 3, Jg. 8 (2014), 160 Seiten

Der Blaubart-Stoff steht seit seiner ersten literarischen Formung im Märchenbuch von Charles Perrault (1697) im Spannungsfeld zwischen Märchen und Mythos. Vor allem das Spektrum der Interpretationsmöglichkeiten zwischen klar polarisiertem Gut-Böse-Schema des Märchens, psychologisch  differenzierender Ausdeutung und Kulturkritik im Allgemeinen ist die Basis dafür, dass dieses Sujet seither immer wieder als Thema für Märchen, Erzählungen, Dramen, Opern, bildende Kunst und Film gewählt wurde. Die Faszination des Blaubart-Themas gründet sich auf seine Eigenschaften als Schauergeschichte, auf die stete Aktualität von Geschlechterkonflikten und auf seine Wandelbarkeit im Blick auf den jeweiligen gesellschaftlichen und historischen Kontext. Das Themenheft, an dem verschiedene Opern-Spezialisten ausgewählte Werke diskutieren, aber auch Literatur- und Kunsthistoriker mitwirken, stellt die facettenreiche Ausgestaltung des Blaubart-Stoffes in Oper, Literatur und Kunst ins Zentrum. Mit einem sujetorientierten Zugriff auf verschiedene künstlerische Blaubart-Deutungen wird die Modellierung des Mythos in seiner Ausgestaltung und in Bezug auf das jeweilige künstlerische Genre erhellt.

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Januar 2019
MUSIK UND FRIEDEN IN DER FRÜHEN NEUZEIT
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